Revoluzzerin, Künstlerin und Kommunikationstrainerin – Portrait von Roswitha Müller Teil 1

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PORTRAIT. Sie ist das Sprachrohr der bekannten Bürgerinitiative gegen den Ausbau der Mönchsberggarage (BI) – hat aber noch sehr viel mehr zu bieten. Roswitha Müller hat viel Erfahrung im Bereich des bürgerlichen Widerstandes, war Lehrerin, Bardame und Fotokünstlerin.

Kunst und die Buchhandlung des Vaters

„Ich wollte immer Kunst machen. Meine Mutter hat gemalt, mein Vater war Bildhauer“, so Müller. In ihrer Wohnung stehen und hängen die Werke ihre Eltern. „Ich habe selbst Montagen und Collagen gemacht, habe fotografiert und wollte dann in Linz die Kunstakademie besuchen. Dann trennten sich meine Eltern und es war leider kein Geld da. Es war auch vorher schon wenig Geld da. Mein Vater hatte eine Buchhandlung in der Franziskanergasse zum Hof von St. Peter. Er hatte diese aufgegeben um sich ganz der Kunst widmen zu können. Mein Vater wurde dann freischaffender Künstler, somit war kein Geld für meine Ausbildung da.“

Von der Pädak in die Bar und zurück

„Dann wurde ich fast gezwungen, die Pädagogische Hochschule zu besuchen; eine nur 3jährige Ausbildung vor Ort. Damals hatte ich noch nicht genug Widerstandsfähigkeit und habe unter der wenig erwünschten Wahl sehr gelitten. Nebenbei habe ich drei Jahre in einer Diskothek hinter der Bar gearbeitet und dort begann ich die Menschen und ihr Kommunikationsverhalten zu studieren. Nebenbei habe ich auch noch sehr viel fotografiert. Manchmal hatte ich tatsächlich 22-Stunden-Tage. Da kam ich früh morgens von meiner Diskoarbeit heim, hab mich schnell hingelegt und ging dann pünktlich in die Pädak“, beschreibt Roswitha Müller ihre Jahre der Ausbildung.

Das erste Mal Widerstand geleistet

Ein einschneidendes Erlebnis, dass ihren Weg des Protestes geebnet hatte, war, als parallel zum Neutor mittels Lautsprechern in der Vorweihnachtszeit für die Geschäfte der Innenstadt geworben wurde. „Damals habe ich mir gedacht, das sei doch eine Zumutung, Menschen auf einem öffentlichen Weg mit Werbung zu belästigen.Dagegen habe ich dann meine erste Demonstration in einem kleinen Rahmen gemacht. Es waren zwar wenige Leute da, aber die Aufmerksamkeit war trotzdem groß, denn die Aktion war originell und für die Presse interessant.Ab diesem Zeitpunkt gab es die Durchsagen via Lautsprecher nicht mehr. Dieser Erfolg hat mich unendlich beflügelt. Das war mein Einstieg mit dieser großartigen Erfahrung von Wirksamkeit.“, erinnert sich Müller an ihre Anfänge im „Widerstand“.

Lesen sie mehr über Roswitha Müller und ihren Einsatz gegen Hainburg, über politisch “angezipfte” Griesgrame und vieles Mehr HIER.

Fotos: Stefan Köstlinger

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