„Ich bin ein freier Vogel“ – Portrait Roswitha Müller Teil 2

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PORTRAIT. Gemeinsam mit Freda Meissner-Blau kämpfte sie gegen das Donaukraftwerkt Hainburg und ist „angezipft“ von den politischen Griesgrame. Roswitha Müller, Sprecherin der BI gegen den Ausbau der Mönchsberggarage, wurde auch schon in den Medien diffamiert.

Donaukraftwerk Hainburg

Das nächste, was ihr Mut gemacht hatte, war Hainburg. Damals protestierten viele gegen das geplante Donaukraftwerk und es kam 1984 zur Aubesetzung. „Ich war damals via Telefon dabei, als Freda Meissner-Blau (Anm.: erste Vorsitzende der Grünen in Österreich) mit Fred Sinowatz und Rudolf Kirchschläger über das weitere Vorgehen bezüglich der Demonstranten verhandelten. Da gab es offenbar Pläne das Bundesheer einzusetzen, um gegen die Demonstranten vorzugehen. Die dreientschieden anders; wir wurden von Freda in Salzburg laufend telefonisch informiert. Hainburg war für mich der Schlüssel zur Demokratie, weil sich damals Menschen für etwas eingesetzt haben;gegen das Beugen des Rechtsund für die Natur gekämpft haben.

„In der Politik zuviele anzipfige Griesgrame“

Dass sie sich bisher nicht für ein politisches Amt zur Verfügung gestellt hat, erklärt Roswitha Müller wir folgt: „Ich bin ein freier Vogel und wollte mich nie dem politischen Pragmatismus anschließen. Als die Grünen sich gegründet haben, war ich noch eine Revoluzzerin, heute bin ich viel überlegter. In Bürgerinitiativen kann ein Mensch unabhängiger agieren als in einer politischen Partei. Selbst die Grünen könnten sich viel mehr Freiheiten nehmen.Sie sind heute zu sehr angepasst.Dabei muss man sich immer wieder selbst hinterfragen, sonst landet man da, wo heute manch anzipfige Griesgrame sind; da mein ich Typen jedweder Herkunft oder Gruppe.“

Menschen mit viel Engagement

„Meine Aktivitäten sind nicht gebunden an Umwelt und an grüneThemen. Mal war es S.O.S. Kinderdorf Bolivien – der Neubau eines Hauses, mal Deutschunterricht und Rundumbetreuung von Flüchtlingskindern, mal Sammeln für Katastrophenopfer. Es ist so, ich komme zu einer Sache dazu, sie ruft mich sozusagen und dann sag ich JA, fühl mich zuständig.So wurde ich auch ein Teil der Gegner des Ausbaus der Mönchsberggarage. Ich kam zu einem der ersten Treffen in Hotel Neutor und merkte, dass die Menschen dort mit viel Engagement dabei waren, ihnen aber eine Struktur fehlte. Nach etwas Überlegen hab ich mich überreden lassen, als Sprecherin diese Struktur, die ich aus meinen vielen Erfahrungenals Kommunikationstrainerin gelernt hatte, mit einzubringen.“

Persönlicher Angriff via Leserbrief

Roswitha Müller war auch Thema in einem Leserbrief an die Kronen Zeitung. Dort schilderte ein Herr, dass sie gegen den Ausbau der Garage sei, weil sie beim Europark im Sold stünde und mit ihrer Gegnerschaft zum Garagenausbau in der Altstadt dieses Einkaufszentrum mit genügend Parkplätzen stärken wolle. „Ich bin mir sicher, dass dieser Brief fingiert war. Diese Aktion, von wem auch immer sie ausgegangen ist, finde ich letztklassig und untergriffig. Vor sieben Jahren hatte ich einmal als Kommunikationstrainerin zwei Mitarbeiterinnen vom Infostand gecoacht.Die Zusammenarbeit war meinen Referenzen zu entnehmen, ganz offiziell. Das war alles.“ Roswitha Müller wird sich auch weiterhin für die Projekte persönlich einsetzen, die ihre am Herzen liegen – mit Engagement und Solidarität.

Teil Eins des Portraits finden Sie HIER:

Foto: Stefan Köstlinger

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