Ein Jahrtausendschatz wird gehoben

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STADT SALZBURG. Die Festung Hohensalzburg, bekannt als Europas größte Burganlage aus dem 11. Jahrhundert, verbirgt im Inneren die bedeutendsten Denkmäler spätgotischer Profanarchitektur – die geheimnisvollen Fürstenzimmer des Hohen Stock. 500 Jahre nach der Regentschaft des Erzbischofs Leonhard von Keutschach liefern Restaurierungs- und Umbauarbeiten neue Erkenntnisse sowie eine weitere Sensation für Burgbesucher.

Warum Leonhard von Keutschach 1495 seinen Wohnsitz auf die Festung Hohensalzburg verlegte, kann Dank geschichtlicher Chroniken grundlegend erklärt werden. Welchen Zweck er jedoch mit dem Bau der von ihm beauftragten Fürstenzimmer verfolgte und vor allem wem der Zugang zu diesen Gemächern gewährt wurde, kann nur gemutmaßt werden.

Nähere Aufschlüsse darüber liefern aktuelle Befundungsarbeiten. Den Besuchern der Burg wird die Möglichkeit geboten, mit einem durch Experten geführten Rundgang, die ab 2015 laufenden Restaurierungsarbeiten hautnah mitzuerleben und dabei von den geschichtlichen Erzählungen der einmaligen Gemächer zu profitieren.

Sensationeller Fund aus den Fürstenzimmern

Eine ganz besondere Entdeckung wurde in einem oberösterreichischen Schloss gemacht. Die Ledertapeten, die vermutlich einst die Wände der Goldenen Stube und der Schlafkammer zu Zeiten Keutschachs zierten, konnten hier wiedergefunden werden. Detaillierte Untersuchungen, Vermessungen und Analysen des Materials ergaben, dass die Tapeten möglicherweise Anfang des 19. Jahrhunderts die Festung Hohensalzburg verließen und in Oberösterreich sekundär verwendet wurden. Es wird vermutet, dass im Zuge von Unruhen und Bürgeraufständen viele Utensilien der Festung Hohensalzburg – so auch die Tapeten – entwendet wurden. Wie und durch wen die Ledertapeten ihren Weg in das oberösterreichische Schloss fanden, bleibt rätselhaft.

Die übersinnliche Atmosphäre aufs Neue erleben

„Bis Juni 2015 werden wir den prunkvollen Fürstenzimmern als Herzstück der Festung wieder zu neuem Glanz verhelfen und die überirdische Atmosphäre der im Mittelalter geschaffenen Räumlichkeiten für Burgbesucher hautnah erlebbar machen. Die Neuinszenierung der Räumlichkeiten wird in den nächsten Monaten umgesetzt. Kontinuierlich werden wir bis Ende 2016 Raum für Raum aufwendige Restaurierungsarbeiten unterziehen“, so Maximilian Brunner, Geschäftsführer der Salzburg Burgen & Schlösser Betriebsführung.

Bei den anstehenden Arbeiten wird versucht den aktuellen Zustand zu konservieren und zu restaurieren, die Ungenauigkeiten von Watzingers Arbeiten zu bereinigen, verschmutze Fläche zu klären, Wasserschäden zu beheben und lose Stellen zu festigen, um die Atmosphäre des Mittelalters wieder ganzheitlich spürbar und haltbar zu machen.

Fotos: P8 Hofherr/Burgen und Schlösser

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