Die Salzburger Stierwascher

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SAGEN & LEGENDEN. Der Legende nach wurde die Stadt Salzburg dereinst von einem großen Heer belagert. Die Mauern der Stadt waren allerdings so stark, dass ein Sturm der Festung für die Angreifer nicht in Frage kam. So beschlossen diese, die altbewährte Taktik der Belagerung anzuwenden.

Die Städter sollten ausgehungert werden

Zur Belagerungstaktik gehört, dass man einen militärischen Kreis um eine Stadt zieht, damit keinerlei Versorgungsgüter wie Nahrung in die belagerte Stadt geschafft werden konnte. Durch dieses Aushungern erhofften sich die Angreifer, die Bewohner der Stadt zur Aufgabe zu zwingen.

Die Übermalung des Fleckviehs

Diese Taktik war nicht neu, daher erkannten die Bewohner der Stadt diese leicht und schnell – ebenso wie der Kommandant der Stadt. Dieser schwor die Salzburger auf ein strenges Maßhalten und Fasten ein. Trotz dieses Fastens war eines Tages nur noch ein Stier übrig. Aber anstatt diesen zu verspeisen, hatte der Stadtkommandant die Idee, dieses Fleckvieh den Feinden zu präsentieren.

Taktik der Belagerten ging auf

Zur Demoralisierung des Feindes malten die Stadtbewohner den Stier jeden Tag in einer anderen Farbe an und zeigten diesen den verdutzten Belagerern. Diese fielen auf den Schwindel herein und zogen eines Nachts, klamm und heimlich, von dannen. Als die Belagerten dies am nächsten Morgen sahen, gingen sie mit dem Stier feierlich an die Salzach und wuschen all die Farbe herunter. Die Seifenblasen sollen bis nach Oberndorf getragen worden sein. So entstand nach einer Legende der Ausdruck „Stierwascha“ für die Bewohner der Stadt Salzburg.

Foto: Stefan Köstlinger

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