Die Fürstenzimmer – Rätsel und Schatz der Festung Hohen Salzburg

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STADT SALZBURG. Die Restaurierung der Prunkräume startet und soll auch neue bauhistorische Erkenntnisse bringen.

Restaurierung in den Originalzustand

Machtdemonstration oder behüteter Mikrokosmos eines autoritären Erzbischofs? Die Fürstenzimmer auf der Festung Hohen Salzburg, diese Meisterwerke spätgothischer Kunst, geben seit jeher Rätsel auf. Die Chroniken schweigen darüber, wofür sie erbaut und von wem sie genutzt wurden. Nun beginnt die Restaurierung der Prunkräume, um den Originalzustand der Fürstenzimmer wieder herzustellen.

Erzbischof Leonhard von Keutschach

Sie wurden überarbeitet, verändert, teilweise sogar abgetragen und gerieten eine Zeit lang in Vergessenheit: die Fürstenzimmer der Festung Hohensalzburg, dem Wahrzeichen Salzburgs. Mythen ranken sich nicht nur um die Fürstenzimmer, sondern auch um deren Errichter: Erzbischof Leonhard von Keutschach.

In einer finanziell prekären Zeit von Kaiser Maximilian I. hofiert, festigte er als Geldgeber des Kaisers seine Position. „Leonhard von Keutschach hat durch den Handel mit Gold, Kupfer und Salz sehr viel Geld erwirtschaftet. Einerseits war er bewusst geizig, andererseits lebte er einen Prunk, der sich in den Fürstenzimmern manifestiert“, erklärt Bernhard Heil, Festungsverwalter der Festung Hohen Salzburg.

Historisches Puzzle

Zu welchem Zweck Leonhard von Keutschach die Fürstenzimmer errichten ließ, geht aus den Chroniken nicht hervor. Von den demnächst beginnenden Restaurierungsarbeiten und den begleitenden historischen Forschungen erhofft man sich neue Erkenntnisse. „Durch mehrere Restaurierungsphasen im 19. und 20. Jahrhundert wurden die Fürstenzimmer teilweise sehr stark überarbeitet. Auch kam es zu Reaktionen verschiedener übereinanderliegender Farbpigmente, die im Laufe der Jahrhunderte einen Farbumschlag an den Wänden zur Folge hatten. Durch eine erneute Restauration sollen diese Schäden behoben und der Zustand geklärt und konserviert werden“, bestätigt die Restauratorin Ingrid Rathner.

Sonderführungen während der Restaurierung

Spannend für die Besucher der Festung Hohen Salzburg: Während der Restaurierungsphase werden Sonderführungen angeboten, in denen die einzelnen Restaurationsschritte erklärt werden. Damit ist die Festung Hohen Salzburg um eine historische und wissenschaftliche Attraktion reicher. „In den letzten zehn Jahren wurde die Fassade der Festung Hohen Salzburg restauriert und saniert. Jetzt wagen wir uns an das Herzstück der Festung: die Fürstenzimmer. Diese werden bis 2016 sukzessive restauriert und für unsere Besucher neu gestaltet. Wir haben ein neues Vermittlungskonzept ausgearbeitet, um sie künftig noch mehr von diesem einzigartigen Schatz, den wir hier bewahren dürfen, begeistern zu können“, freut sich Geschäftsführer Maximilian Brunner.

 

Foto: Festung Hohen Salzburg

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