Der Ritter Tannhäuser aus dem Lungau

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LUNGAU. Wenn man nahe der Kirche zu Maria Pfarr im Salzburgerischen Lungau geht, trifft man auf einen ganz besonderen Grabstein. Auf diesem ist ein Helm mit geschlossenem Visier, ein Schild und der Fuß eines Raubvogels mit abgespreizten Krallen zu sehen – es ist das Grab des Ritters Konrad, der Tannhäuser. Seine Geschichte erzählt von unheimlichen Kreaturen und einem Gottesurteil.

Ab in den babylonischen Turm

Dem Ritter wurde vorgeworfen, sich in seinem Leben schwere Verfehlungen geleistet zu haben. Die Sage erzählt nicht, welche dies waren. Das Gericht verurteilte ihn zum Tode. Der Richter, vom Stand des Tannhäuser nicht unangetan, milderte das Urteil in ein Gottesurteil ab. Seine Aufgabe bestand darin, mit seinem Schlachtross den babylonischen Turm zu durchreiten. In diesem Turm lebten Monster und Ungetüme, deren Herr niemand geringerer als Luzifer selbst war. Das schlimmste Monster in des Teufels Reihen war der Greif mit seinen todesbringenden Krallen.

Nur während einer Stunde schliefen die Monster

Um Mitternacht gingen die Bestien auf alle los, die es wagten, den Turm zu betreten. Nur in der einen Stunde vor Mitternacht war das Durchqueren gefahrlos möglich. Doch der Turm war riesig, und wer es nicht schaffte, wurde erbarmungslos zerfleischt. Der Ritter, von dem Urteil und der Aussicht auf den ohnehin sicheren Tod getrieben, wagte es.

Es ging dem Ende entgegen

Vorbei an den noch schlafenden Monstern ritt er, und die Stunde war beinahe um. Nur wenige Minuten trennten ihn und sein Ross vom Ausgang. Doch plötzlich erschallte das Horn des Satans. Auf dieses Signal hin erhoben sich die Kreaturen. Der Ritter gab seinem Ross die Sporen. Der Ausgang kam immer näher, das rettende Ufer war nur noch wenige Züge entfernt. Da stieß von oben herab der Greif und packte das Pferd. Der Ritter schien verloren.

Tannhäuser hatte Gott auf seiner Seite

Da besann sich der Recke seines Schwertes, zog es aus der Scheide und hieb dem Untier die Klauen von den Beinen. Das Pferd wieherte und mit einem letzten Satz entkamen Reiter und Ross dem Bann der Hölle. Der Ritter war entlastet, Gott hatte seine schützende Hand über ihn gehalten.

Foto: piqs.de

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