Der Adventkranz hat seinen Ursprung in Hamburg

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LAND SALZBURG. Der Advent gilt als Besinnungs- und Vorbereitungszeit. Ursprünglich dauerte er von 11. November bis 6. Jänner. Mit dieser vorweihnachtlichen Zeit eng verbunden ist der Adventkranz, der jedoch eine relativ junge Erscheinung ist. Er bürgerte sich im Alpenraum erst Mitte des 20. Jahrhunderts ein, zuerst in den protestantischen Städten, dann auf dem Land.

Zwischenmenschliche Kommunikation

“Wie der Christbaum ist der Adventkranz heute auch für Menschen ohne religiöses Bekenntnis mittlerweile ein unverzichtbares Requisit, das Ruhe, Besinnung und Werte zwischenmenschlicher Kommunikation ins Bewusstsein ruft”, erläuterte Ulrike Kammerhofer, Leiterin des Salzburger Landesinstitutes für Volkskunde am Mittwoch, 26. November.

Wer hats erfunden?

Als Erfinder des Adventkranzes gilt der evangelische Theologe Johann Hinrich Wichern. In seinem “Rauhen Haus”, einer Wohnstätte für sozial gefährdete Jugendliche in einem Hamburger Bauernhaus, hängte er 1839 einen Holzleuchter mit vier großen und 19 kleinen Kerzen auf. Der Schmuck mit Tannenreisig (ab 1860) führte im Lauf des späten 19. Jahrhunderts zum Adventkranz, wie er heute bekannt ist. Darüber berichtet auch Volkskundler und Journalist Reinhard Kriechbaum in dem 2010 im Pustet Verlag erschienenen, empfehlenswerten Buch “Weihnachtsbräuche in Österreich”. Im Ersten Weltkrieg galten Adventkränze als Hoffnungszeichen in den Lazaretten und verbreiteten sich so allmählich auch in katholischen Gebieten. Gedeutet wird der Adventkranz gern in Bezug auf den Erdkreis und die vier Himmelsrichtungen. Der Kreis symbolisiert dabei die Ewigkeit des Lebens, das Grün die Farbe der Hoffnung und des Lebens und die Kerzen das kommende Licht, das in der Weihnachtsnacht die Welt erleuchtet.

Fotos: LMZ/Otto Wieser

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